Sonntag, 11. November 2018 ab 17:00 Uhr im Club W71, Weikersheim
Konzert mit The Nightingales (UK)

Da die Gales jedes Jahr bei uns spielen wollen (das 3te Mal jetzt in Folge) kann ich mir doch den Text weitgehend sparen, ich kopiere unten einfach den vom Vorjahr ein. Was zum Auftritt 2018 noch zusätzlich zu sagen ist:

"Es ist ungewöhnlich für eine Band ihren Höhepunkt nach 4 Dekaden zu erreichen. Hier ist er!"
Aus einer Besprechung des neuen Albums Perish the thought.

Das Konzert findet an einem Sonntag Nachmittag statt. Früher gab es bei den Briten die Tradition des Sunday-Strippings - im Pub um die Ecke zogen sich die Hausfrauen Sonntags für Geld aus - auch wenn in dieser unsrer schönen ME-TOO Welt solch ein Gebaren undenkbar scheint und die Hausfrau ausgestorben ist, lobe ich einen 20 Euro Schein für den schönsten Strip aus (full frontal nudity), das Publikum entscheidet.

Ausserdem beginnt der Fasching.

The Nightingales waren erst letzten März bei uns und den März davor, haben sich aber derart in unsere Herzen gespielt wie selten eine Band, es war ein Ereigniss, dem man wieder und wieder und nochmal wieder bei-wohnen will, so dass es einem Bedürfniss gleich ist, sie so schnell wieder einzuladen, sie stellen diesmal ihre neue LP "Perish the thought" vor. Zuerst einmal gehört hier die musikalische Qualität der Band gelobt, wie kaum jemand sonst gelingt ihnen der Wechsel zwischen Proto-Punk/Wave und Pub Rock mit Blues und Folk und was weiss ich noch. Immer Non-Chalant im Zentrum des Wirbels: die Frau an den Trommelstöcken: Fliss Kitson - aber auch Andreas Schmid, der Bassist von Faust, und James Smith an der Gitarre sorgen für schweisstreibende Stimulierung.

Doch drehen tut sich alles hier und Heute um den wahrhaft legendären Robert Lloyd am Mikrofon, einem Urgetüm der Birminghamer Punkszene, schon von 1977 bis 79 bei den Perfects und danach mit den Nightingales eine der Kultbands auf der Insel bis zum zwischenzeitlichen Ende am Ende der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts. Robert verfügt über eine unvergleichliche Bühnenpräsenz, ein Entertainer vom Schlage eines Frank Sinatra, der sein Leben, seine Beobachtungen und sein Temperament mit auf die Bühne bringt, ein unvergleichliches Original, verletzlich und kompromisslos mit grossartigen Texten, Lyrik, die das Leben schreibt.

Wenn man eine Band sucht, die exemplarisch, sozusagen als Signatur-Band, für alles steht, was wir und ihr im Club W71 über all die Jahre an einem Rockereigniss suchen, dann definitiv die Nightingales, sie sind sozusagen unser Konsens, sie bespielen genauso grossartig high und low, Oben, Unten und die Mitte, Satt und Trocken, Himmlisch, jauchzend, melancholisch und sie rocken dabei, dass die Schwarte kracht und die Tanzschuhsohlen abreiben.

Ich übertreibe hier mit keinem Wort, der Abend letztes (und vorletztes) Jahr mit den Nightingales war ein Fest der Freude, zum Heulen schön, und es ist mir eine Ehre, sie euch wieder und wieder vorstellen zu dürfen. – SMX